Meine Zeichentechniken – Teil I: Farbstifte und Bleistift

Meine Zeichentechniken

Bis vor kurzem bot ich Zeichnungen in drei verschiedenen Techniken an: Farbstift-, Pastell- und Bleistiftzeichnungen. Da mir persönlich Pastellzeichnungen als Auftragsarbeiten nicht so zusagen, habe ich diese Technik jetzt aus dem Sortiment genommen. Privat verwende ich sie jedoch weiterhin gern.

1. Farbstift-Zeichnungen

Meine Lieblingstechnik ist die Farbstiftzeichnung. Ich zeichne meistens deckend, das heißt, ich lege mehrere Schichten Farbe über einander, bis der perfekte Farbton entstanden ist und drücke dann nach und nach immer härter auf, bis von dem Papier nichts mehr zu sehen ist. Wenn der Farbton dafür zu sanft ist oder das Hintergrundpapier farblich den letzten Schliff gibt, verwende ich einen Splender. Dies ist ein „farbloser Farbstift“, mit dem die Farbpigmente verrieben und in gewisserweise verbunden werden. Dadurch braucht man nicht so viel Pigment aufzutragen, sondern kann den Papierfarbton mitverwenden. Früher habe ich den Splender sehr viel verwendet, inzwischen nutze ich ihn nur noch selten und sehr gezielt und nicht mehr für die gesamte Zeichnung. Wenn ihr geduldig und sauber arbeitet, braucht ihr ihn kaum. Aber für die Einsatzgebiete, für die er optimal ist, gibt es kaum einen Ersatz.

Farbstift-Tierportrait einer dreifarbigen Katze
Mit Farbstiften gezeichnetes Portrait einer dreifarbigen „Glückskatze“

Der große Vorteil bei den Farbstiftzeichnungen ist, dass man sowohl monochrome (schwarz-grau-weiße) als auch farbige Tierportraits zeichnen kann. Und dass die monochromen Zeichnungen, anders als bei Bleistift, eine wesentlich höhere Stufe verschiedener Grautöne aufweisen können. Mit Warmgrau zb. lässt sich eine ganz andere Wirkung erzielen, als mit Kaltgrau, das leicht bläulich erscheint. Und nichts erinnert vom Aussehen her an das Silbergrau des Bleistifts. Natürlich könnt ihr damit auch rein sepiafarbene oder rötelfarbene Zeichnungen anfertigen.
Mit Farbstiften kann auch jede Fellstruktur dargestellt werden und egal, ob feinste Details oder zotteliges Langhaar – alles ist möglich. Radieren lassen sie sich auch, in gewissen Umfang jedenfalls und mit einem sehr spitzen Stift können sogar nachträglich noch hellere Details über eine dunkle Fläche gezeichnet werden. Das ist natürlich nur eingeschränkt möglich, aber wenn ihr euch gründlich mit der Farbstiftzeichnung vertraut gemacht habt, wird euch offensichtlich, wie das zu nutzen ist 🙂

Farbstiftzeichnungen zeichne ich normalerweise auf farbigem Hintergrund, da sich die Portraits dann schön abheben und gleichzeitig interessanter wirken, als auf einem weißen Papier. Ausnahmen gibt es natürlich, aber normalerweise ist mein Zeichen-Hintergrund immer farbig.

Farbstiftzeichnung eines Haflingers
Farbstiftzeichnung eines Haflingers, etwas kleiner als Din A3

In meinem Gratis-Ebook gehe ich gründlich auf die Arbeit mit den Farbstiften ein. Ich demonstriere die einzelnen Zeichenschritte anhand einer Farbstiftzeichnung meiner Katze Sabeth (meine kleine graue Silberkugel) und gebe weitere nützliche Tipps. Ihr könnt es euch gern herunterladen!

Bleistiftzeichnungen

Bleistiftzeichnungen sind oft sehr verkannt und werden als zu einfach empfunden, um ernst gemeinte Kunst darstellen zu können. Vermutlich stammt diese Einschätzung bei den meisten noch aus unserer Schulzeit, wo mit HB-Bleistiften gekritzelt wurde und weder Tiefe noch Lebendigkeit der Zeichnung erreicht wurde. Bleistiftzeichnungen bieten jedoch weit mehr, als beim ersten Versuch mit einem HB-Bleistift zu erkennen wäre.

Bleistiftzeichnung einer Baby-Breitrandschildkröte
Eine schon etwas ältere (2010) Bleistiftzeichnung von mir

Ich zeichne selbst recht gern mit Bleistiften, doch die überwiegenden Kundenaufträge beziehen sich auf farbige Zeichnungen, daher werdet ihr auf meiner Website kaum Bleistiftzeichnungen finden.
Bei meinen Bleistiftzeichnungen verwende ich meistens 3 – 4 verschiedene Stärken. Oft aus dem Grund nur so wenige, weil meine anderen Bleistifte sich mal wieder in den Untiefen meiner Stifteschubladen versteckt haben 😉 Die verwendeten Stärken sind (nach Wichtigkeit für mich aufgelistet):
– 2B
– HB
– 5B
– und optional 8B oder 3H, je nachdem, wie hell oder dunkel eine Zeichnung werden soll.

Ich nutze nur einen einzigen H-Bleistift, weil ich normalerweise sehr helle Stellen entweder frei lasse oder nur sehr leicht mit einem HB-Bleistift darüber gehe. Die H-Stärken benötige ich dafür einfach nicht.
Bleistiftzeichnungen zeichne ich auf weißem Papier, oft verdunkel ich jedoch den Hintergrund dann nachträglich noch, wenn die Zeichnung selbst zu hell ist, um sich optimal abzuheben.

Bleistiftzeichnung meiner Katze Sabeth
Bleistiftzeichnung meiner Katze Sabeth mit abgedunkeltem Hintergrund

Was ich an Bleistiftzeichnungen besonder schön finde: Sie altern nicht. Bleistiftzeichnungen bleiben auch nach Jahrhunderten immer noch genau so, wie sie einst gezeichnet wurden. Natürlich kann es sein, dass das Papier altert und vergilbt, die Zeichnung selbst ist jedoch absolut lichtecht. Nicht einmal Wasser kann ihr wirklich etwas anhaben (wiederum nur dem Papier, auf dem sie gezeichnte wurde). Wenn die Bleistiftzeichnung nicht verbrannt, absichtlich verwischt oder ausradiert wird, ist sie nahezu für die Ewigkeit.

Vorschau „Meine Zeichentechniken – Teil II“

Im nächsten Teil wird es um Pastellzeichnungen gehen. Ihr könnt gespannt sein 🙂

5 Gedanken zu „Meine Zeichentechniken – Teil I: Farbstifte und Bleistift“

  1. Hallo, deine Bilder sind sehr gut. Ich zeichne auch sehr gerne. 🙂
    Stellst du noch Bilder online? Der Beiträg ist ja auch schon etwas älter.
    LG Loreen

    1. Hallo Loreen,
      ja, ich stelle immer noch Zeichnungen online, allerdings nicht mehr so regelmäßig.
      Zwischen Frühjahr und Herbst fordert mich mein Hauptberuf sehr, in der Winterpause
      bin ich dann wieder ganz für die Kunst da 🙂
      Schöne Grüße, Jenny

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