Meine Arbeitsmaterialien

Tierportraits fertige ich nur mit hochwertigen Materialien an, damit die Zeichnungen auch so lange wie möglich ihre Schönheit und Frische behalten. Um euch einen Einblick in meinen Materialfundus zu gewähren, liste ich zu jeder Technik die Stifte auf, die ich verwende. Weiter unten beleuchte ich auch noch meine Radiergummis und die verwendeten Papiere.

Die Stifte und Farben

1. Farbstifte (auch „Buntstifte“ genannt)

„Farbstifte“ und „Buntstifte“ können zwar als Synonyme verwendet werden, ich habe es mir allerdings angewöhnt, nur Farbstifte höherer Qualität als „Farbstifte“ zu bezeichnen. Kindermalstifte etc. nenne ich entsprechend als Abgrenzung „Buntstifte“.
Als Farbstifte verwende ich ausschließlich die Polychromos von Faber-Castell. Es gibt zwar andere, ebenso gute Stifte (beispielsweise von Derwent), aber nachdem ich schon lange sehr zufrieden mit den Polychromos bin, besteht für mich kein Grund, die Marke zu wechseln.

Eine Auswahl meiner Polychromos
Eine Auswahl meiner für Tierportraits verwendeten Polychromos

Die Vorteile der Polychromos-Farbstifte:

– sie haben einen hohen Pigmentanteil und damit einen satten Farbabrieb
– sie decken dadurch sehr gut und es ist kein großer Kraftaufwand nötig, um vollständig farbige Flächen anzulegen
– schummern ist optimal möglich
– ein Mischen der Farben funktioniert perfekt
– im geringen Umfang kann man sogar mit Weiß auf Schwarz zeichnen (andersherum natürlich sowieso 😉 )
– sie gleiten angenehm über das Papier und haften gut daran
– nicht zu doll aufgedrückt lassen sie sich gut radieren

2. Bleistifte

Bei den Bleistiften bin ich nicht so wählerisch, wie bei den Farbstiften. Ich zeichne meistens mit einem 2B-Bleistift, wenn ich mich für einen entscheiden muss. Von denen hatte ich mir mal eine Großpackung von Staedtler gekauft, die Marke war jedoch eher Zufall. Da bei Bleistiften die Marke kaum ins Gewicht fällt, interessiert sie mich auch nicht weiter. Nur zu alt sollten die Bleistifte nicht sein, da sonst das Holz beim Anspitzen splittern kann.

Eine Auswahl meiner Bleistifte
Einige meiner Bleistifte

3. Pastellstifte und Pastellkreiden

Bei den Pastellstiften nutze ich vorwiegend die Pitt Pastell-Stifte von Faber-Castell und die Pastellstifte von Derwent. Mir persönlich gefallen die Derwent-Pastellstifte besser, da sie etwas weicher und satter im Farbauftrag sind, aber dabei kaum pulvern. Die Farbpalette ist leicht verschieden, also kann man die beiden Pastellstift-Sorten harmonisch kombinieren, um mehr Farbtöne abdecken zu können.
Da ich nicht alle Farbtöne brauche, habe ich mir lediglich die Grau- und Brauntöne gekauft. Und natürlich Schwarz, Weiß, Rosa und Rot (die beiden letzteren Farben brauche ich häufig für Nasen und Lefzen), außerdem ein helles, goldgelb angehauchtes Grün und ein etwas dunkleres Grün (für die Katzenaugen).

Einige meiner Pastellstifte
Eine Auswahl meiner Pastellstifte

Pastellkreiden nutze ich in zwei unterschiedlichen Härtestufe. Die harten Pastelkreiden stammen von Faber-Castell (Pitt Pastels) und von Brevilliers Cretacolor. Von ersteren habe ich lediglich ein 24-Farben-Set und von zweiteren habe ich jeweils 12 Braun- und 12 Grautöne. Damit lässt sich bereits eine breite Farbpalette abdecken und nahezu alle Farben, die ich für Tierportraits benötige. Die harten Pastellkreiden breche ich fast immer durch, denn ich arbeite lieber mit kleineren 1 – 2 cm langen Stücken.
Meine weichen Pastelkreiden stammen von Reeves und ich verwende sie ausschließlich auf Velour-Papier. Auf jedem anderen Papier stauben sie zu sehr und haften zu wenig, auf dem Velour-Papier sind sie jedoch ungeschlagen schön.

Meine Pastellkreiden
Meine Pastellkreiden, links unten die Soft Pastels

4. Kugelschreiber, Fineliner und Marker

Für die Tierportraits verwende ich keine Kugelschreiber und natürlich auch keine Fineliner etc. Doch ich zeichne im Alltag sehr gerne Skizzen damit, vor allem bei Landschaften nutze ich sehr gerne Fineliner und zum Colourieren dann Marker.
Kugelschreiber sind nicht lichtecht, das sollte euch bewusst sein, wenn ihr häufiger mit Kugelschreibern zeichnet. Ein, zwei Jahre im Hellen aufgehängt und die Zeichnung verblasst frappierend bis sie kaum noch sichtbar ist. Im Dunkeln aufbewahrt, zb. in einer Mappe, ist sie jedoch auch nach Jahren noch schön.
Daher verwende ich Kugelschreiber nur für Skizzen, vorzugsweise in Skizzenbüchern, wo sie per se im Dunklen sind.

Ein paar Kugelschreiber
Ein paar Kugelschreiber, die ich nutze

Bei den Finelinern hingegen gibt es echte Künstler-Fineliner, die lichtechte Tinte verwenden und zu wunderbar zarten Zeichnungen animieren. Natürlich können sie auch zum Kritzeln und Schmieren verwendet werden. Am besten nutzt ihr dafür relativ bis sehr glattes Papier, das reibt die Spitze des Fineliners nicht so schnell ab. Bei guten Finelinern können die Spitzen genau wie die Minen nachgekauft werden, trotzdem ist der Verschleiß auf rauem oder mittelrauem Papier relativ hoch. Am liebsten nehme ich die Multiliner von Copic und zwar in den Größen 0.1 und 0.05 (nicht auf dem Foto abgebildet) oder die Pitt Artist Pens von Faber-Castell in den Größen XS, C und B und den Farben Schwarz und Dunkelbraun.
Zum Kritzeln und Skizzieren nehme ich aber auch gerne Noname-billig-Gelroller und Fineliner her 😉

Meine Fineliner
Eine Auswahl meiner Fineliner (ohne die Multiliner von Copic)

Um meinen Skizzen einige Farbakzente zu verpassen, nutze ich drei Farben (grau, knallblau und mattgrün) der Tombow ABT Dual Brush Pens, jeweils aber nur mit der Pinselspitze. Damit überarbeite ich vor allem Landschaftsskizzen und das recht einfach gehalten (Felsen wird an den Schattenstellen grau, der Himmel blau, der Wald grün …). Vielleicht hole ich mir eines Tages ein ganzes Set und werde dann richtige Zeichnungen damit anfertigen, denn die Stifte sind super!

Drei Tombow Dual Brush Pens
Meine drei Tombow Dual Brush Pens

5. Feder & Tusche

Mit einer Feder (oder im Optimalfall mit mehreren Federn oder Federspitzen) können sehr schöne Zeichnungen entstehen. Ich nutze die Feder manchmal. Nicht besonders oft, dann aber gerne. Hauptsächlich in Verbindung mit einem Kaligrafie-Pinsel, mit dem ich dunkle Flächen schnell komplett einfärben kann. Die Federstriche dienen dann eher für die Feinheiten.
Gute Tusche ist lichtbeständig, radier- und wasserfest und lässt sich somit nach dem Zeichnen nicht mehr verändern. Ich nutze jedoch Feder & Tusche zu selten, um diesbezüglich qualitative Tipps zu Herstellern geben zu können.

Feder und Tusche
Meine – schon leicht mitgenommene – Feder

Radierer und Splender

Radierer und Splender sind zwar grund verschieden, ich packe sie aber dennoch in einen Absatz, da sie zum Zeichnen dazugehören können und dann beide sehr hilfreich sind.
Als Splender (dies ist ein „farbloser Farbstift“, mit dem man Farbpigmente auf dem Bild verreiben kann) nutze ich den Rembrandt-Splender von Lyra. Bisher ist dies einer von zwei Splendersorten, die ich probiert habe und er hat mir besser gefallen.

Als Radierer habe ich immer ein gutes Plastikradiergummi, außerdem einen Druckradierer (Factis BM2) und den motorbetriebenen Radierer von Derwent. Hin und wieder, aber eher selten, nutze ich auch ein Knetradiergummi. Da ich die Knetdinger nicht mag, benutze ich es fast nur, um Pastellstaub vom Velour-Hintergrund abzutupfen 😉
Mein Plastikradiergummi schneide ich normalerweise klein. Es wird durch die Nutzung dann zwar immer noch kleiner und kleiner … aber irgendwie mag ich nicht mit den riesigen Radierern arbeiten, die verkauft werden. Ein normalgroßes Plastikradiergummi ergibt so schnell 4 kleinere Radiergummis für mich.

Meine Radiergummis
Meine Radiergummis

Papiere

Die Wahl des Papiers hängt für mich wesentlich davon ab, mit welchem Medium ich zeichne:
– für Pastellstifte nehme ich die raue Seite des Mi-Teintes-Papiers von Canson
– für Pastellkreiden nehme ich farbiges Velour-Papier
– für Farbstiftzeichnungen nehme ich die glatte Seite des Mi-Teintes-Papiers von Canson
– für Bleistiftzeichnungen nutze ich Boesner-Zeichenblöcke
– für Tuschezeichnungen nutze ich ebenfalls die Boesner-Zeichenblöcke
– für Aquarellzeichnungen nehme ich glattes (seidenmattes) Aquarellpapier von Hahnemühle

Und für alles andere das, was gerade zur Hand ist, wenn ich skizzieren möchte. Ich habe ca. 10 Skizzenblöcke, die alle eine andere Papierkörnung und ein anderes Papiergewicht haben.

Schlusswort

Ich hoffe, euch hat dieser Einblick in meine Materialien-Sammlung interessiert und vielleicht auch bei der Auswahl eigener Materialien geholfen. Wenn ihr Fragen oder Anregungen habt, freue ich mich über ein Kommentar!
Auch Themenvorschläge zu weiteren Beiträgen sind gern gesehen! 🙂

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